Leipzig 2007
Draußen vor der Tür
Grenzen können Verschiedenes bedeuten, Negatives wie Positives, Trennung und Mißtrauen, aber auch Verbindung und Austausch, also Bereicherung. Es kommt auf die Perspektive an. Auf die Einstellung. So ist das auch mit den Grenzen, die mit der Osterweiterung der EU neu durch unseren Kontinent gezogen wurden. Sie sollen zunächst einmal trennen, abschotten, ausschließen, klar. Doch damit wollen wir uns nicht abfinden. Literatur hat seit jeher die magische Gabe, Grenzen durchlässiger zu machen, auch streng bewachte. Vor allem die. Das beweisen die jungen Autoren aus Weißrußland und der Ukraine, sie haben Übung darin, Grenzen zu überschreiten, zu ignorieren, sie sind als Grenzgänger versiert, wer wäre also besser dafür geeignet als sie, Auskunft zu geben über diese Regionen – witzig, ironisch, zärtlich, schroff, postproletarisch, anarchisch, hinreißend lyrisch und was sich von ihren Gedichten und Prosatexten sonst noch sagen läßt…
Martin Pollack

